Fahrverbot Einspruch: Welche Möglichkeiten habe ich?

Drogen- oder Alkoholmissbrauch, wiederholt Geschwindigkeitsbegrenzungen missachtet oder über eine rote Ampel gefahren – die Liste der Straftaten im Straßenverkehr, die den Entzug einer Fahrerlaubnis verursachen, ist lang. Da ein Fahrverbot den Betroffenen in erster Linie belehren soll, kann der Strafe nur in wenigen Fällen ausgewichen werden. Trotzdem können Sie gegen das Fahrverbot Einspruch einlegen.

Fahrverbot Einspruch: Die Schwere des Vergehens ist wichtig

Ein erfolgversprechender Einspruch hängt immer von dem jeweiligen Verstoß des Verurteilten ab. Eine grundlegende Frage sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden: Habe ich bei meinem Vergehen andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder Sachen beschädigt? Wenn Sie diese Frage mit ja beantworten können, gibt es keine Möglichkeiten, Ihr Fahrverbot zu umgehen. Das gleiche gilt für Drogen- oder Alkoholmissbrauch am Steuer oder wenn Sie bereits Punkte auf Ihrem Konto in Flensburg haben und damit kein Ersttäter sind.

Härtefall als Sonderregel

In einigen Fällen gibt es immer wieder Verursacher, bei denen sich das Fahrverbot besonders hart auf ihr Leben auswirkt. Die Rechtsberatung spricht hier von den sogenannten Härtefällen, deren berufliche oder private Existenz ohne Fahrerlaubnis auf dem Spiel steht. Wenn Ihnen durch ein Fahrverbot beispielsweise die Kündigung vom Arbeitgeber droht oder das Auto zwingend zur Pflege hilfsbedürftiger Familienangehöriger benötigt wird, ist es möglich, anstelle des Fahrverbots ein höheres Bußgeld zu bezahlen.

Sind Sie weder Härtefall noch Wiederholungstäter und haben auch niemanden durch Ihre Tat gefährdet und nichts beschädigt, dann gibt es für Sie letztendlich noch die Möglichkeit, sich auf das Argument des Augenblickversagens zu berufen: Wahrnehmungsfehler bei Verkehrsschildern (z.B. über Geschwindigkeitsbegrenzungen) oder mangelnde Ortskenntnis des Autofahrers darüber, wie schnell man fahren darf, sind in diesem Fall stichhaltige Gründe.

Wenn Sie in dieser schwierigen Situation Hilfe benötigen, ist es immer empfehlenswert, sich bei einem Einspruch an eine Rechtsberatung zu wenden.